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Verkehrswege Verkehrsinfrastrukturen sind das Wichtigste für die Entwicklung eines wirtschaftlich funktionierenden Staatswesens. Im Mittelalter gab es nur zwei Möglichkeiten – über das Land, oder über das Wasser. Die Wasserwege waren vorgegeben und nur sehr bedingt veränderbar. Die Führung der Landwege war kein zielloser Zufall, sondern das Ergebnis zielbewusster Mühe. Viele der heutigen Verkehrswege – Straße und Schiene – folgen immer noch den vor zweitausend Jahren angelegten Straßen der Römer, die zum Teil für Handel und Wandel, meistens jedoch zunächst für militärische Bedürfnisse gebaut wurden.
Die alten Straßen wurden dem Gelände angepasst, Steigungen und Sümpfe wurden vermieden. Diese Wege waren aufgrund der Sachkunde der römischen Militär-Ingenieure so vortrefflich geführt, dass ihr Verlauf sich auch in späteren Zeiten für Mann und Pferd und Wagen empfahl. Archäologische Überreste gibt es sehr viele, und auch die althergebrachten Namen von Straßen und Fluren zeigen heute noch die Verläufe der alten Straßen. Es gab auch Wasserstraßen, die das Problem des Transportes großer und schwerer Güter auf Kähnen und Flößen am besten gelöst haben. Jeder ruhige Fluss, manchmal auch schon Bäche, waren dafür nutzbar. Die Bedürfnisse nach Transport entstanden überall zwischen den Fund- oder Erzeugungsorten von Materialien und den Orten ihres Verbrauchs. Salz, Bernstein, Metall-Erze, Baumwolle oder Seide waren jeweils wertvoll genug, um eine lange und sichere Straße zu bauen. Innerhalb des europäischen Kontinents sind Verbindungen von unterschiedlicher Bedeutung. Rings um das Mittelmeer, wo die älteste Hochkultur Europas entstand, waren Wasserstraßen wichtiger als Landstraßen, und Häfen hatten eine größere Bedeutung als Hauptstädte. Verständlich, weil zur damaligen Zeit der Transport großer und schwerer Güter über Land unmöglich war oder mit einem unvertretbar hohen Aufwand an Transportmaterial und menschlicher Kraft verbunden war. Alle Landstraßen innerhalb Europas sind beeinflusst von Wasserwegen und waren insofern von der Oberflächengestalt des Kontinents abhängig. Die Landmasse nördlich der Alpen, rechts und links begrenzt vom französischen Zentralmassiv und den Karpaten, ist von mittelhohen Gebirgen durchzogen. Die Gewässer fließen nach Norden oder nach Süden, wesentliche Abflüsse sind der Oberrheingraben und das Eiserne Tor durch die Karpaten. Die Wege folgen den Flüssen. Querverbindungen von Westen nach Osten dagegen sind seltener, aber diese waren schon in historischer Zeit für die innereuropäische Verbindung unerlässlich. Verbindungen von großer kultureller Tragweite führten in dieser Zeit hauptsächlich von Norden nach Süden, vom nordalpinen Europa südwärts zum Mittelmeerraum. Auf ihnen waren die Kelten vom regenreichen Gallien ans Mittelmeer gezogen. Schon 200 Jahre vor Caesar entstand am Unterlauf der Rhone die römische Provinz Gallia Narbonensis. Von dieser Basis aus startete Caesar im Jahre 58 v.Chr. den Gallischen Krieg, der die Romanisierung des westlichen Europa einleitete. |
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