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Verkehr


Welchen ökologischen Ballast die schrumpfende Bevölkerung mit sich schleppt, bestimmt auch der Verkehr. Obwohl es weniger Menschen in Deutschland geben wird, ist es keineswegs ausgemacht, dass weniger Menschen weniger Auto fahren. Die im Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) organisierten Betriebe des öffentlichen Personennahverkehrs sind bereits alarmiert. Bei ihrer Jahrestagung Ende Mai 2004 wurden sie darauf vorbereitet, dass nichts Gutes auf sie zukommt.

Zwar wird bis zum Jahr 2030 die Verkehrsleistung um 15 bis 20 Prozent zurückgehen, weil es dann weniger Menschen gibt. Aber alles spricht dafür, dass die künftigen Alten häufiger Auto fahren als die heutigen Alten, die zu den besten Kunden der öffentlichen Verkehrsbetriebe gehören. Die heute 30- bis 40-Jährigen werden im Jahre 2030 die „Generation 60plus" sein. Diese Generation ist mit dem Auto groß geworden und sie werden ganz bestimmt nicht auf ihre mobile Freiheit verzichten.

Besonders die Motorisierung älterer Frauen, heißt es in einer Shell-Studie, werde bis zum Jahr 2030 um 75 Prozent steigen. Unter anderem auch deshalb, weil sich das Auto nach Meinung der Frauen zu einem maßgeblichen Anti-Aging-Produkt gewandelt hat. Das eigene Auto ist längst Teil des Lebensgefühls jeder modernen Frau – gleich welchen Alters.

Genau so werden auch die Jungen weniger häufig in Busse und Bahnen steigen; es gibt nun mal viel weniger von ihnen. Besonders beim Schülerverkehr, der in vielen Städten das Rückgrat des ÖPNV ist, droht deshalb ein enormer Rückgang der Benutzer.

Die Verkehrsexperten sehen in der abnehmenden Siedlungsdichte und den abnehmenden Fahrgastzahlen in Bussen und Bahnen einen großen Konkurrenzvorteil für Autos. Es wird für möglich gehalten, dass trotz schrumpfender Bevölkerung die Zahl der Kraftfahrzeuge von heute 45 auf fast 54 Millionen im Jahr 2030 steigt.

Die grün-ökologisch angehauchten Verkehrsplaner können sich auch eine andere Entwicklung vorstellen. Die Großstädte führen die City-Maut ein. Bundesstraßen und Autobahnen werden auch für Pkw mautpflichtig. Der Benzinpreis wird so weit erhöht, bis die Erhöhung die erwünschte Wirkung zeigt. Carsharing und Bikesharing werden flächendeckend angeboten. Die Pendlerpauschale wird endgültig abgeschafft. Die Benutzung von Bussen und Bahnen wird aus dem Aufkommen der Ökosteuer verbilligt. In den Großstädten verkehren U- und S-Bahnen automatisch. In kleineren Städten wird die Straßenbahn wieder belebt. Bedarfsbusse und Anrufsammeltaxis erledigen den Rest.

Kommt es so? Es darf schallend gelacht werden …