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Wandel der Strukturen


Im 18.Jahrhundert waren die politischen Strukturen immer noch vom Monarchismus geprägt. Auch wenn man in Wien und in Potsdam vom so genannten „aufgeklärten Absolutismus" sprach, was sich in dem euphemistischen Satz äußerte „Der Monarch ist der erste Diener seines Staates". Das war zwar einerseits die Absage an das alte Regiment aus Königtum, Klerus und privilegiertem Adel – den so genannten Ständen – andererseits sollte aber auch der ständische Parlamentarismus eingeschränkt oder gar beseitigt werden. Der absolute Monarch sollte als politischer Entscheider den „aufgeklärten Staatsbürgern" gegenüber stehen.

In den Ständeparlamenten waren Steuern und Kriegszüge bewilligt worden. Dort wurde auch mit und gegen den König und seine Räte argumentiert. Die Entscheidung blieb jedoch beim Monarchen. In dieser Zeit war in Europa eine neue Gesellschaftsgruppe zu Wort gekommen, die später so genannten Intellektuellen, die allerdings auch als Fremdkörper in der Ständegesellschaft empfunden wurden.

Nach ihrer Herkunft Bürger- oder Bauernsöhne waren sie durch Bildung sozial aufgestiegen. Ihr Einfluss als Ärzte, Juristen, Prediger und Professoren war vielschichtig, denn einerseits standen sie im Dienste der Fürsten, der Kirchen und anderer öffentlichen Einrichtungen, andererseits gehörten sie nicht dem Geburts-Adel an und ihr Denken war insofern von ihrer sozialen Herkunft bestimmt.

Ihr Eintreten für vernunftgemäße Erziehungs- und Lebensgrundsätze wurde zu einem Element der in Europa geführten Diskussion über die richtige menschengemäße gesellschaftliche Ordnung. Sie vertraten dabei die Idee der allgemeinen menschlichen Gleichheit aufgrund des Naturrechts. Sie waren die treibende Kraft für den Widerstand gegen die absolute Monarchie. In Frankreich führte das zur großen Revolution von 1789.

Schon 1776 wurde von den gegen die englische Kolonialmacht rebellierenden Siedlern die „Declaration of Independence" verkündet, mit der die allgemeinen Menschenrechte in der Verfassung der Vereinigten Staaten festgeschrieben wurden. Aber erst die französische Revolution von 1789 hat den Impuls zu politischen und sozialen Veränderungen auf dem europäischen Kontinent gegeben.

Wenn auch die französische Armee die gesellschaftspolitischen Leitsätze Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit in den europäischen Ländern zunächst verbreiteten, so war es dann doch der aus der Revolution hervorgegangene General Napoleon, dessen ursprüngliches revolutionäres Bewusstsein sehr bald in ein besonderes Caesarentum umschlug, als er sich selbst zum Kaiser krönte. So wurde er letztlich zum Auslöser der Restauration, die die politische Entwicklung Europas um ein Jahrhundert zurückwarf.