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Spaltpilz Es wirkte wie ein Donnerschlag, als das Ereignis im Mannheimer Kongresszentrum bekannt wurde. Die Stimmung war geteilt, für die einen war der überfallartige Zugriff von Lafontaine auf die Führung der SPD der Anfang vom Ende, für die anderen war es tatsächlich „Hoffnung". Diese anderen, weniger lauten „Lafontaines" gibt es heute noch. Sie werden weniger, teils aus Einsicht, dass die gescheiterte Politik des Saarländers nicht wieder auferstehen kann, teils weil sie auf der Suche nach irgendwelchen politischen Heimaten sind, über die allerdings die Geschichte längst hinweg gegangen ist. Damals, am 11.März 1999 hat der Rücktritt von Lafontaine als Finanzminister und Parteivorsitzender einen wirtschaftspolitischen Weg beendet, der schon vor Jahrzehnten ins Leere ging. Nachfrageorientierung wurde in Zeiten des Kalten Krieges sowohl von Linken als auch von Rechten betrieben, weil man darin ein Gegengewicht gegen die Ideologie des Ostblocks sah. Mit dem Zusammenbruch der Staatshandelsländer gab es dafür keine Grundlage mehr. Die normative Kraft des Faktischen hat uns eingeholt, das Laborieren an den zum Teil unsozialen Symptomen der weltweiten wirtschaftlichen Entwicklung hat sich ad absurdum geführt. Damals konnte man vermuten, dass Lafontaine dies eingesehen hat. Wenn dies so gewesen wäre, dann hätte sein Rücktritt Respekt verdient. Heute wissen wir, dass es nicht so war. In seiner maßlosen Selbstgerechtigkeit ist er nur der Richtlinienkompetenz des Bundeskanzlers ausgewichen. Spaltpilz ist er auch danach geblieben – und er hatte seine Epigonen. Die Gabe der Einsicht hat er nicht gefunden. Ein Egomane, der erst dann austrocknet, wenn er seinen letzten Epigonen verloren hat. Was ist zu tun? Jedenfalls nicht nur warten darauf, dass auch die kleinen Lafontaines ihre Füße auf den Boden kriegen und dass kein noch so großes Feldgeschrei nichts daran ändert, dass die Rechnung „2 x 2 = 4" immer die einzig Richtige ist. |
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