|
Klima-Entwicklung Die letzte Eiszeit liegt zwanzig Jahrtausende zurück. Erst seit etwa zehn Jahrtausenden gibt es eine relative Klimastabilität. Unabhängig voneinander wurde in verschiedenen Teilen der Welt der Ackerbau genutzt. Vermutlich im Zweistromland zuerst. Erst seit fünf Jahrtausenden gibt es für wenige bekannt gewordene Zivilisationen genügend Artefakte oder Schriftzeichen und Dokumente, die eine kultur- oder politikorientierte Geschichtsschreibung ermöglichen. So zum Beispiel im Zweistromland – zwischen Euphrat und Tigris –, in Ägypten oder in China – aber nicht in Europa. Alle Hochkulturen haben sich innerhalb dieser fünf Jahrtausende entwickelt, in Europa erst im Laufe der letzten 4.000 Jahre, zuerst in Mykene und auf Kreta. Ungefähr so weit reichen die Schriften und die mündlichen Überlieferungen Homers zurück. Klimatische und demografische Herausforderungen stehen uns bevor. Keiner weiß, ob die stabile Klimaperiode andauern wird und wie lange. Wir verstehen nicht genug von der Komplexität des Klimasystems, zumindest darüber stimmen die Fachleute überein. Allerdings steht fest, dass im Laufe der letzten 100 Jahre das Weltklima um 0,3 bis 0,6 Grad Celsius angestiegen ist. Wieweit das auf menschliche Aktivitäten zurückzuführen ist, zum Beispiel auf Verbrennung von fossilen Kohlenwasserstoffen, ist unter Wissenschaftler umstritten. Der Anteil menschlichen Einflusses wird allgemein auf unter 10 Prozent geschätzt. Der weitaus größere Rest der Naturveränderungen wird durch die Natur selbst verursacht. So wie das schon seit Millionen Jahren so ist. Für das 21. Jahrhundert gehen die Voraussagen von einem weiteren globalen Temperaturanstieg aus: um mindestens 1,5 bis maximal 3,5 Grad Celsius. Es ist möglich, dass durch eine so starke Erwärmung zu drastischen Veränderungen führt – das Abschmelzen der antarktischen und der grönländischen Eiskappe würde einen Anstieg der Ozeane nach sich ziehen. Keiner kann den Treibhauseffekt ausschließen, keiner kann ihn mit Sicherheit voraussagen. Sicher ist nur, dass wir durch die Verbrennung von großen Mengen von Öl, Kohle und Holz zur Erwärmung beitragen. Der glücklicherweise nur regional ausgesprochene Verzicht auf die Atomenergie ist keine gute Idee. |
|