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Generatives Verhalten


Aus der mitteleuropäischen Geschichte wissen wir, dass die „Produktion" von Kindern seit dem Ende des Mittelalters in Europa bewusst gefördert wurde. Die im Mittelalter gebräuchlichen Verhütungspraktiken wurden verboten und unter schwere Strafen gestellt, und die Frauen, die sie kannten und praktizierten, wurden als Hexen verfolgt und verbrannt. Die von der Kirche geforderte Sexualmoral war darauf abgestellt, den Sex ausschließlich in den Dienst des Kinderkriegens zu stellen und die Frau zur Gebärmaschine zu degradieren.

Für dieses von der weltlichen und geistlichen Obrigkeit geforderte generative Verhalten gab es mehrere Gründe, darunter auch solche, die das durch die Pest sehr stark dezimierte Untertanenvolk wieder beleben sollte, weil die feudalstaatliche Ordnung vor dem wirtschaftlichen Zusammenbruch stand. Auch die Kriege der damaligen Zeit waren meistens ausgesprochene Vernichtungskriege, die einen hohen Blutzoll unter den Nichtkriegführenden forderten. Die Feudalherren brauchten Menschen – Bauern, Handwerker, Tagelöhner und Soldaten – weil ihre feudale Existenz von der Ausbeutung ihrer Untertanen abhing.

Auch heute wird die „Geheimwaffe Gebärmutter" in den islamischen Ländern eingesetzt. Dazu kommt – so war es in der europäischen Geschichte – dass die kollektive Existenzangst eines Volkes dazu führt, dass es sich besonders stark zu vermehren sucht. Als Beispiele aus unserer Zeit können die Palästinenser und auch die Kosovo-Albaner dienen. Es ist also nicht nur machtpolitisches Kalkül, sondern auch naturgegebener Überlebensinstinkt.

Die Bevölkerungsstatistiken zeigen, dass die Zahl der Länder mit einem Überhang an jungen Menschen zwischen 1970 und 1983 von vier auf 46 angestiegen ist – Folge der Bevölkerungsexplosion in den Entwicklungsländern der 1950er Jahre. Als später die Geburtenraten sanken, gingen auch die Überhänge an jungen Leuten zurück.

Diese Entwicklung hat eine positive Seite. Das konnte man in Algerien beobachten, wo sich 150.000 Menschen zwischen 1991 und 2004 umgebracht haben. Während das passierte, haben die algerischen Frauen ihre Geburtenzahl auf 1,9 gesenkt, während ihre Mütter und Großmütter, die die Kämpfer geboren haben, sechs oder sieben Kinder hatten.

Aber diese logische Folge ist im Gaza-Streifen in absehbarer Zeit nicht zu erwarten. Denn solange die westliche Welt durch ihre politischen und sozialen Organisationen die Palästinenser alimentiert und subventioniert, haben diese keinen Grund, ihr generatives Verhalten zu ändern. Die Vereinten Nationen und auch die Europäische Union halten ihre Politik der offenen Hand für erfolgreich – irgendwann mal.

Deshalb gehen in Palästina die Geburtenzahlen nicht runter, während sie in Algerien, Tunesien und auch im Libanon längst runter gegangen sind. Dort werden inzwischen durchschnittlich 1,9 Kinder je Frau geboren. Bei den Palästinenserinnen sind es immer noch sechs. Also hat die demografische Abrüstung noch nicht begonnen. Und deshalb kann es keine Lösung des Palästinakonflikts geben.