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Die drei Welten


Noch in den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts wurden unter Weltwirtschaft fast ausschließlich die westlichen Industriestaaten (Erste Welt) verstanden. Die anderen Staaten waren entweder kommunistische Planwirtschaften (Zweite Welt) oder sie waren Entwicklungsländer (Dritte Welt). Die drei Welten waren säuberlich voneinander getrennt. Die Dritte Welt bestand im Wesentlichen aus Rohstofflieferanten und aus Aufnahmemärkten für billige industrielle Serienprodukte des Westens. Die Preise für die Rohstoffe haben die Amerikaner und Europäer auf den westlichen Märkten bestimmt.

Die Änderung der Betrachtungsweise kündigte sich an, als von einer Gruppe von Entwicklungsländern die Opec gegründet wurde. Die von der Opec bewusst herbeigeführte massive Ölpreis-Steigerung hatte für die westlichen Industrienationen in den siebziger und achtziger Jahren bedeutende währungs- und kreditpolitische Folgen. Der Westen musste erkennen, dass seine egozentrischen Vorstellungen von Weltwirtschaft überholt waren. Was wir heute Globalisierung nennen, nahm damals seinen Anfang.

Der Prozess der Globalisierung hat dazu geführt, dass die meisten Staaten und ihre Volkswirtschaften an einer weltweiten Verbundwirtschaft beteiligt sind. Dies ist nicht nur ein ökonomischer Verbund, sondern die Globalisierung ist zugleich auch die Grundlage für die Ausbreitung moderner Technologien. In den letzten 20 Jahren hat sich die Zahl der Teilnehmer an der globalen Verbundwirtschaft verdoppelt. 1200 Millionen Chinesen sind dazugekommen, 300 Millionen ehemalige Sowjetbürger und fast alle anderen ehemals kommunistisch regierten Staaten. Auch den neuen Teilhabern werden alle technologischen Fortschritte frei Haus geliefert, sei es über Anlagenexport, über Joint Ventures oder über Produktionsniederlassungen.

Die Globalität des technologischen Fortschritts wird eine entscheidende wirtschaftliche Rahmenbedingung des 21.Jahrhunderts sein. Zugleich könnte das Internet mit seinen Echtzeit-Bedingungen eine globale zivilisatorische Umwälzung bewirken. Aus diesen Gründen werden die alten Industriestaaten Europas – auch Nordamerika und Australien – einem globalen Wettbewerb um Arbeitsplätze ausgesetzt sein.