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Clash of Civilisation Abgesehen von den Warnsignalen der modernen Zeit gab es schon seit dem frühen Mittelalter immer wieder Konflikte zwischen der morgenländischen und der abendländischen Kultur. Die Gründe für die Konflikte waren unterschiedlich, manchmal ging es auch um Religion. In allen Fällen ging es jedoch um die Vorherrschaft in der damals bekannten Welt, um die Macht über die anderen, um die Macht in der Hand eines Einzelnen. Aber alle diese Erklärungsversuche greifen zu kurz. Denn in Wirklichkeit geht es um die Gesellschaftsordnungen, die sich unterschiedliche Menschengruppen aus den unterschiedlichsten Gründen gegeben haben. Ausgangspunkt dieser Ortdnungsvorstellungen waren die Lebensumstände, die ihre Umwelt, das Klima und die von ihnen bewohnte Landschaft geboten haben. Und es waren die Lebensvorstellungen jedes Einzelnen, der für sich und seine Angehörigen das Beste zu erreichen suchte. Die sich jetzt gegenüberstehenden Kulturen – die abendländische und die morgenländische – haben einen gemeinsamen Stamm, der im Orient und im Mittelmeerraum wurzelt. Es war eine patriarchalische Ordnung, es war die Herrschaft von Menschen über Menschen. Es war eine Sklavenwirtschaft, in der auch die Frauen wenig galten. Der Islam hat sich von diesem Stamm nur sehr wenig entfernt. Die abendländisch-christliche europäische Kultur dagegen hat die ursprünglichen Grundlagen in einem lange dauernden Entwicklungsprozess fast in ihr Gegenteil verkehrt. Sie hat ein neues Menschenbild entwickelt, das auf Freiheit und Gleichheit beruht. Freiheit und Gleichheit sind aber nur möglich, wenn die Menschen selbstverantwortlich handeln. Dies sind die Voraussetzungen für Demokratie. Das ist der Unterschied zwischen den Kulturen. Um den geht es in Wirklichkeit. ¢ Es ist nicht zu übersehen, dass die Gefahr eines Clash of Civilisation zwischen dem Islam und dem Westen besteht. Der 11.September 2001 war ein Fanal, das sich lange vorher ankündigte. Die Gefahr eines Kulturkampfes zwischen Hinduismus und Islam ist nicht geringer. Ebenso sehen wir gegenwärtig in Indonesien einen wachsenden Konflikt zwischen Muslimen, Chinesen (Konfuzianern) und Christen, die dort leben. Aber das ist mehr eine Minderheitenfrage. Das überwiegend christliche Nachbarland Philippinen dagegen könnte das nächste Problem werden, das im Laufe der kommenden zwanzig Jahre auftaucht. Die zwischen den Inselgruppen verlaufende Religionsgrenze hat zwar als natürliche Grenze das Meer, aber die Erfahrung lehrt, dass im 21.Jahrhundert naturgegebene Grenzen kein Hindernis mehr sein können. Die technologische Globalisierung schließt eine weltweite Überwindung von räumlichen und zeitlichen Distanzen ein - nicht nur für Regierungen und für Militärs, sondern auch für private Unternehmen, für Banken und Fonds, ebenso für produzierende oder Handel treibende Unternehmen. Die Möglichkeit der Überwindung räumlicher und zeitlicher Distanzen gilt aber auch für Terroristen jedweder Ausprägung. Was können wir tun, um einen weltweiten Clash of Civilisation zu verhindern? Um zu verhindern, dass weltanschaulich, religiös oder kulturell bedingte Konflikte sich mit ökonomischen und sozialen Konflikten mischen und Kriege auslösen? |
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