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Der Blick nach innen


Eine bemerkenswerte These hat der US-amerikanische Schriftsteller Michael Crichton aufgestellt. Sie besagt, dass wir – sowohl psychologisch Versierte, als auch psychologische Laien – außerstande sind, uns selbst zu erkennen. Mag sein, dass es sich dabei nicht etwa um eine gestörte Wahrnehmung handelt, sondern vielmehr um einen Selbstschutz, der uns hilft, in Lebens-Krisen wegen eigener Mutlosigkeit nicht zu versagen. Denn ein starkes Selbstbewusstsein hat schon manche Krise gemeistert …

Zu Aristoteles Zeiten war die Psychologie noch Teil der Philosophie, heute ist sie mehr oder weniger bei den Sozialwissenschaften angesiedelt. Nicht zuletzt deshalb, weil die Psychologie und ihre diversen Zweige längst zu einem Instrument der Menschenführung geworden ist.

Das Zitat von Michael Crichton:

u Das ganze psychologische Wissen hat einen Haken – niemand kann es auf sich selbst anwenden. Man kann einen unglaublichen Scharfblick für die Unzulänglichkeiten seiner Freunde, Partner, Kinder entfalten. Aber sich selbst gegenüber ist man blind. Die gleichen Leute, die mit nüchterner Klarheit ihre Umwelt durchschauen, wiegen sich in Illusionen, wenn es um sie selber geht. Die Psychologie funktioniert nicht, wenn man in einen Spiegel schaut. Soweit mir bekannt war, gab es für diese Sonderbarkeit keine Erklärung.

Etwas Ähnliches stellte ich mir immer vor, wenn jemand seinen psychologischen Erkenntnisapparat auf sich selbst anwendet. Der Verstand hängt. Der Denkprozess läuft und läuft, aber er kommt nicht voran. So ähnlich muss es wohl sein, denn wir wissen ja, dass Menschen endlos über sich selbst nachdenken können. Manche denken über kaum etwas anderes nach. Dennoch ändern sich die Menschen nicht infolge ihrer intensiven Selbstbeobachtung. Sie durchschauen sich selbst deshalb nicht besser. Echte Selbsterkenntnis ist äußerst selten.

Es scheint fast, dass man jemanden braucht, der einem sagt, wer man ist…t